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Homosexualität ArtikelHomosexualität genannt eine sexuelle Orientierung, bei der romantische Liebe und sexuelles Begehren ausschließlich oder vorwiegend gegenüber Mitgliedern des gleichen Geschlechts empfunden wird. Homosexuelle Frauen werden auch Lesben genannt, homosexuelle Männer auch Schwule.
Der Begriff Homosexualität wird gelegentlich auch auf sexuelle Handlungen zwischen Mitgliedern des gleichen Geschlechts angewendet.
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Der Begriff Homosexualität ist eine hybride Wortbildung aus dem 19. Jahrhundert, geprägt von dem Arzt und Psychiater Karl Maria Kertbeny aus griech. homo-: gleich, gleichartig und lat. sexus: das männliche und das weibliche Geschlecht.
Homosexuelle Männer werden auch als schwul (von schwul = drückend heiß; in dieser Bedeutung seit dem 18. Jahrhundert schwül als Parallelbildung zu "kühl" oder von "Schwulität" = Schwierigkeit, Bedrängnis, peinliche Lage), Frauen als lesbisch (nach der griechischen Insel Lesbos, Heimat der frauenliebenden Dichterin Sappho) genannt. Ursprünglich abwertend gebraucht, wurde die Nennung "schwul" später in dem Rahmen der Emanzipationsbewegung von der Schwulenszene selbst, auch als politischer Kampfbegriff, übernommen und damit die abwertende Bedeutung so weit zurückgedrängt, dass sie heute sogar in dem Sprachgebrauch der Gesetzgebung auftaucht. In der Jugendsprache findet sich das Wort schwul dagegen stets noch beziehungsweise wieder als Schimpfwort, das als Synonym für langweilig, weichlich beziehungsweise enervierend benutzt wird.
Als Überbegriff für Lesben und Schwule hat sich auch das Wort Queer eingebürgert, dies schließt dann meist Transgender mit ein. Daneben findet die Nennung Gays für Schwule rasche Verbreitung.
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Häufigkeit von Homosexualität | |
Schätzungen über die Prävalenz von Homosexualität variieren beträchtlich und werden durch unterschiedliche, voneinander abweichende Definitionen von Homosexualität kompliziert. In dem Allgemeinen schwanken die Ergebnisse von Bevölkerungsumfragen zwischen einem und zehn Prozent. Allerdings kann angenommen werden, dass Umfragen durch die soziale Stigmatisierung der Homosexualität und die damit einhergehende Tendenz zu dem Verschweigen eher nach unten als nach oben verfälscht sind. Der Kinsey-Report stufte 1948 zwischen 90 und 95 % der Bevölkerung als "bis zu einem gewissen Grad bisexuell" ein. Die tatsächliche Häufigkeit von homosexuellem Verhalten hängt aber in hohem Maße von gesellschaftlichen und kulturellen Rahmenbedingungen ab. So gab in einer Studie zur Jugendsexualität, die 1970 vom Hamburger Institut für Sexualforschung durchgeführt wurde, beinahe jeder fünfte Junge an, gleichgeschlechtliche sexuelle Erfahrungen gemacht zu haben. Zwanzig Jahre später waren es dagegen ca. noch zwei Prozent. [1] (http://www.bvvp.de/artikel/jugendsex.html)
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Homosexualität und Gesellschaft | |
Die soziale Stellung Homosexueller variiert je nach Kultur stark; sie reicht von Verehrung über Akzeptanz, Duldung, Belächelung, Ablehnung, Bestrafung bis zur Todesstrafe. Letztere wird in manchen islamistischen Staaten wie Iran und Saudi-Arabien heute sogar wieder praktiziert.
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Bei den meisten Menschen, die sich eher zu dem eigenen Geschlecht hingezogen fühlen, kommt es in dem Laufe ihres Lebens zu einem so genannten Coming-out, das heißt zu der Erkenntnis, dass die gleichgeschlechtliche Liebe bevorzugt wird. Bei manchen geschieht dies schon in dem Alter von 11 Jahren, andere sind sich erst mit 40 Jahren über ihre eigentliche sexuelle Orientierung in dem Klaren. Die meisten dürften ihr Coming-out in dem Schulalter haben, also etwa zu dem Zeitpunkt der Pubertät. In diesem jungen Alter trauen sich viele nicht, Hilfe von anderen zu erbitten, besonders dann, wenn sie bemerken, dass ihre Neigung gesellschaftlich nicht akzeptiert wird. Selbst die eigenen Eltern werden häufig nicht über den eigenen Zustand informiert. Werden die Betroffenen mit ihren Sorgen allein gelassen, kann das Coming-out in eine Lebenskrise führen, die sich bis hin zu Selbsttötungsabsichten steigern kann. Beratungsstellen in den größeren Städten und Info-Seiten in dem Web versuchen diesen Menschen zu helfen, ihre Homosexualität anzunehmen. Tatsächlich ist die Selbsttötungsrate bei pubertierenden Homosexuellen signifikant höher als bei gleichaltrigen Heterosexuellen. [2] (http://www.hosilinz.at/materialien/m_0104_suizid.html#studien)
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Schattierungen zwischen homo und hetero | |
Während in Teilen der europäischen Kultur Homosexualität erst in den letzten Jahrzehnten ihre Position als Tabuthema verloren hat, aber in manchen Ländern dieses Tabu stets noch sehr stark ist, ist die Frage nach Hetero- beziehungsweise Homosexualität in anderen Kulturen fast unbekannt. Dort wird weniger streng zwischen homo und hetero unterschieden, was der Charakteristik der menschlichen Sexualität, die eine große Variantenbreite aufweist, vielleicht eher gerecht werden dürfte. Wahrscheinlich gibt es verschiedene Grade zwischen Homo- und Heterosexualität, was man mit dem Begriff Bisexualität zu fassen versucht. Manche Wissenschaftler gehen davon aus, dass jeder Mensch bisexuelle Anteile besitzt, die ab und zu mehr, ab und zu weniger stark ausgeprägt sind. Teilweise wird die Existenz von Homo- und Heterosexualität sogar grundsätzlich in Frage gestellt und davon ausgegangen, dass jeder Mensch grundsätzlich bisexuell ist, sich aus Sozialisationsgründen darüber aber nicht in dem Klaren ist.
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Gleichgeschlechtliche Partnerschaften | |
Auch wenn innerhalb der politischen Schwulen- und Lesbenbewegung umstritten ist, ob man sich der Norm einer Zweierbeziehung als Kopie der bürgerlichen Ehe annähern soll, wird die weitgehende rechtliche Gleichstellung mit Heterosexuellen überwiegend von Homosexuellen begrüßt.
Seit dem 1. August 2001 gibt es in Deutschland die Möglichkeit zu so genannten Eingetragenen Lebenspartnerschaften. Ähnliche, zu dem Teil schwächere, zu dem Teil weitergehende, Regelungen gibt es in anderen europäischen Ländern; in Belgien, den Niederlanden und Spanien, sowie mehreren Bundesstaaten in Vereinigte Staaten Amerika und Kanada wurde die Ehe für Homosexuelle ganz geöffnet; in Skandinavien ist diese Öffnung in der Diskussion.
In Deutschland fehlt es z.Z. vor allem noch an der Gleichstellung in dem Bereich der Steuern, der Hinterbliebenenversorgung und der Möglichkeit der gemeinsamen Adoption von Kindern.
Nach Verabschiedung des neuen Lebenspartnerschaftsgesetzes meldeten einige Politiker Zweifel daran an; kurzzeitig bemühten sich die Unionsparteien sogar um eine völlige Aufhebung desselben vor dem Bundesverfassungsgericht, welches aber klarstellte, dass einer Gleichstellung mit der Ehe nichts in dem Wege stünde, da die Lebenspartnerschaft mit der Ehe schon allein darum nicht konkurriere, weil es einen anderen Personenkreis betrifft.
Auf der anderen Seite gibt es Stimmen, die die Lebenspartnerschaft (als Ehe light verpönt) und die damit verbundene notwendige Sondergesetzgebung für Homosexuelle ablehnen. Wieder andere fordern die Abschaffung von beidem und plädieren für so genannte "Wahlverwandtschaften" auf Zeit.
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Ein biologisches und demografisches Phänomen liegt darin, dass homosexuelle Partner gemeinsam keine Nachkommen zeugen können, vielmehr dazu der Hilfe eines gegengeschlechtlichen Nicht-Partners bedürfen. Dennoch wachsen (zunehmend) Kinder in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften auf. Die Wissenschaft diskutiert dieses Phänomen zunehmend unter dem Begriff Regenbogenfamilien.
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Homosexualität und Beruf | |
Ein besonders Problem ergibt sich für Homosexuelle, die zu dem Beispiel öffentlich angestellt sind (Lehrer, Politiker), in der Jugendarbeit tätig sind, oder einer Beschäftigung in dem christlich-religiösen Leben nachgehen (Priester). Schwule Lehrer und Jugendleiter werden wegen angenommener Beeinflussung der Kinder häufig mit erheblichem Druck abgelehnt. Politiker, die offen zu ihrer Homosexualität stehen, konnten sich erst in jüngerer Zeit profilieren. Schwule oder lesbische leitende Angestellte (auch Manager) sehen sich meist selbst als kompromittierbar (erpressbar) und leben häufig in (Schein-)Eheverhältnissen. Katholische Geistliche mit homosexueller Veranlagung werden noch heute als nicht existent beziehungsweise nicht mit dem christlichen Glauben vereinbar verleugnet.
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In der Deutschen Bundeswehr stoßen Homosexuelle noch stets auf Zurückhaltung, obwohl mit der Anlage B 173 (PDF) (http://www.gaywinner.info/vielfalt/bwsex.pdf) zur Zentralen Dienstvorschrift (ZDv) 14/3 eine Diskriminierung einfachhin verboten wurde. Mit der letzten Änderung in dem Juli 2004 ist nach jahrzehntelanger Ächtung homosexueller Vorgesetzer, die unter Billigung höchstrichterlicher Rechtsprechung mit Versetzungen und sogar Entlassungen rechnen mussten, ein liberaler den gesellschaftlichen Gepflogenheiten angepasster Weg in dem Umgang mit der Sexualität gewählt worden.
So sind künftig grundsätzlich alle Beziehungsformen in den Privatbereich verwiesen. Homosexuelle Beziehungen können außer Dienst auch innerhalb militärischer Anlagen gepflegt werden, auch spielt der Dienstgrad der Beziehungspartner keine Rolle mehr.
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- Stephen O. Murray: Homosexualities. Chicago; London 2000. ISBN 0226551954. (Sozioethnologischer Überblick über verschiedene Kulturen)
- B. R. Burg (Hrsg.): Gay Warriors : A Documentary History from the Ancient World to the Present. New York 2002. ISBN 0814798861.
- Martin Dannecker; Reimut Reiche: Der gewöhnliche Homosexuelle : eine soziologische Behandlung über männliche Homosexuelle in der Bundesrepublik. Frankfurt a. M. 1974. ISBN 3100148010.
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Das gemeinsame Grab von Niankhkhnum und Khnumhotep Eine neuere Generation von lesbisch-schwulen Soziologen, Philosophen und Historikern wie Mary McIntosh (The Homosexual Role, 1968), Michel Foucault (La Volonté de savoir, 1976) und Alan Bray (Homosexuality in Renaissance England, 1982) betrachtet "Homosexualität" nicht mehr als eine überzeitliche Essenz, sondern als eine Erfindung der europäischen Neuzeit. Damit ist nicht gemeint, dass Frauen und Männer an anderen Orten und zu anderen Zeiten keinen gleichgeschlechtlichen Sex gehabt hätten. Vielmehr unterstellen die genannten AutorInnen, dass unsere heutige Auffassung von Homosexualität als "Seinsweise", die eine Minderheit von einer Mehrheit unterscheidet, eine noch recht junge Konstruktion ist.
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Das theologische Modell der Sodomie, das dem modernen Begriff der Homosexualität vorausging, steht zu diesem in einem deutlichen Gegensatz. Sodomie – als "widernatürlicher" (Platon) Verkehr zwischen Männern, aber auch zwischen einem Mann und einer Frau – wurde als ein allgemeinmenschliches Laster angesehen und nicht einer bestimmten Kategorie von Personen zugeordnet. Foucault spitzte diesen Unterschied zu, indem er in einer berühmt gewordenen Sentenz behauptete: "Der Sodomit war ein Gestrauchelter, der Homosexuelle ist eine Spezies." (Siehe auch: Sodomiterverfolgung)
Freundschaft als Lebensweise Neben dem Diskurs der Sodomie, der sich in dem Mittelalter vor allem auf den Akt des Analverkehrs bezog, gab es jedoch auch Begriffe, die eine positive Sichtweise ausdrückten, wie etwa den der Freundschaft.
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Freundschaft als Lebensweise | |
"Freundschaft" konnte fast zu allen Zeiten auch eine romantische Beziehung zwischen zwei Personen des gleichen Geschlechts nennen. Küssen, Umarmen und Händchenhalten, das gemeinsame Schlafen in einem Bett (daher der altertümliche Begriff des "Bettgenossen") ebenso wie leidenschaftliche Liebesbekundungen und Treueschwüre wurden unter Männern bis weit in die frühe Neuzeit und häufig sogar noch am Beginn des 20. Jahrhunderts als völlig normal wahrgenommen. Unter Frauen ist das – seit Ende des 19. Jahrhunderts allerdings mit stets größeren Einschränkungen – teilweise auch heute noch der Fall. Die Semantiken (Bedeutungsinhalte) von Freundschaft und Liebe waren darum kaum voneinander zu unterscheiden. Das griechische Wort philos etwa kann sowohl "Freund" als auch "Geliebter" bedeuten.
Im Christentum wurden solche Beziehungen ca. selten mit der monströsen Figur des Sodomiten in Verbindung gebracht, und wenn, dann meist in dem Rahmen einer politischen Intrige (wie in dem Fall von Eduard II. oder dem mittelalterlichen Templerorden).
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Christliche Bruderschaften |
Jesus und Johannes (14. Jh.) Die christliche Mystik (http://www.ti-amo.at/inhalt.htm) lud, beeinflusst vom islamischen Sufismus, die sinnliche Liebe zwischen Freunden sogar mit einer religiösen Bedeutung auf. Ebenso adaptierte das Christentum den sowohl in dem Gilgamesch-Epos wie in der jüdischen Bibel, aber auch in dem Satyricon für eine Liebesbeziehung zwischen zwei Männern benutzten Begriff des 'Bruders'. Zu deren Vereinigung hatte die orthodoxe Kirche den Ritus des "Brüdermachens" (Adelphopoiesis) ausgearbeitet, der den beiden Freunden für ihre Liebe, die bis in den Tod anhalten sollte, zahlreiche Heiligenpaare als Vorbilder nannte. Dies schloß die parallele Eheschließung mit einer Frau jedoch nicht aus. In dem lateinischen Westen, wo bis weit in die Neuzeit weder Eheleute noch geschworene Brüder (fratres iurati) der Segnung eines Priesters bedurften, sind immerhin eine Reihe von Grabmälern erhalten, in denen Männer- und später auch Frauenpaare miteinander bestattet wurden. [3] (http://www.telegraph.co.uk/news/main.jhtml?xml=/news/2001/08/10/ngay10.xml) Die Gravuren enthalten häufig Symbole unsterblicher Liebe wie beispielsweise die Darstellung eines Kusses oder die Inschrift "Im Leben vereint, in dem Tode nicht getrennt".
Siehe hierzu: Wahlbruderschaft
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Die Erfindung des Homosexuellen | |
Von der Institution der geschworenen Bruderschaft (s.o.) ist heute ca. noch der Begriff des warmen Bruders als Synonym für einen "Schwulen" übrig geblieben. In diesem Begriffswandel offenbart sich der geschichtliche Bruch, der durch das moderne Konzept der Homosexualität verursacht wurde: Gesten der Zuneigung, die früher einfach als Zeichen einer Freundschaft verstanden worden wären, identifiziert man heute als "homosexuell" und stellt sie damit als Abweichung von der gesellschaftlichen Norm unter Verdacht. Die Konsequenz ist ein vor allem unter männlichen Jugendlichen belegbarer drastischer Rückgang gleichgeschlechtlicher Sexualerfahrungen von 18 auf zwei % allein zwischen 1970 und 1990. [4] (http://www.lsbk.ch/articles/gunter_schmidt.asp) Diese Entwicklung geht mit wachsender Homophobie einher, weil viele junge Menschen aus Angst, womöglich als "Schwuler" beziehungsweise "Lesbe" zu gelten, sich von allem Homosexuellen demonstrativ (und teilweise sogar gewaltsam) abgrenzen. Unter jungen Männern ist diese Tendenz zur Abgrenzung in dem Allgemeinen nochmals deutlich stärker ausgeprägt als unter jungen Frauen. Es ist diese tätige Abwehr, durch die sich das stigmatisierende Etikett der Homosexualität wie von selbst reproduziert.
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Globalisierung einer Denkform | |
Die binäre Kategorisierung von Personen als hetero und homo beziehungsweise "normal" und "andersartig" ist mittlerweile fast global zu einer scheinbar unumstößlichen Realität geworden. Dieser Prozess, der sich in manchen Metropolen Europas wie London, Paris und Amsterdam bereits um 1700 herum ereignet hat, [5] (http://gayhistory.com/rev2/timeline/timeline01.htm) erreichte Regionen wie China (http://mitglied.lycos.de/tongzhi/old/kuer.html) und die islamische Welt (http://gigi.x-berg.de/texte/globalizing) dagegen erst Anfang beziehungsweise Mitte des 20. Jahrhunderts. Einige postkoloniale AutorInnen wie der Hongkonger Soziologieprofessor Zhou Huashan kritisieren die Homophobie in ihren Ländern daher als eine Folge des europäischen Imperialismus.
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- Alan Bray: Homosexuality in Renaissance England. New York 1982. ISBN 0231102895.
- Lilian Faderman: Surpassing the Love of Men : Romantic Friendship and Love Between Women from the Renaissance to the Present. New York 1998. ISBN 0688133304.
- Michel Foucault: Der Wille zu dem Wissen : Sexualität und Wahrheit ; Bd. 1. Frankfurt a. M. 1993. [Frz. Orig. La Volonté de savoir, 1976]. ISBN 3518283162.
- John C. Hawley (Hrsg.): Post-colonial, Queer : Theoretical Intersections. Albany, NY 2001. ISBN 0791450929.
- Jonathan Ned Katz: Love Stories : Sex between Men before Homosexuality. Chicago; London 2001. ISBN 0226426157.
- Mary McIntosh: The Homosexual Role [1968]. In: Steven Seidman (Hrsg.): Queer Theory/Sociology. Cambridge, Mass.; Oxford 1996. ISBN 1557867402.
- Michael Rocke: Forbidden Friendships : Homosexuality and Male Culture in Renaissance Florence. New York; Oxford 1996. ISBN 0195122925.
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Geschichte: Verfolgung und Emanzipation | |
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Vom 13. Jahrhundert bis zur Aufklärung wurde Analverkehr zwischen Männern in fast ganz Europa unter der Nennung "Sodomie" mit dem Scheiterhaufen bedroht. Tatsächliche Urteile waren jedoch äußerst selten. Zu größeren Verfolgungen und jeweils Hunderten von Hinrichtungen kam es allerdings während des Spätmittelalters in Norditalien und Spanien sowie während des gesamten 18. Jahrhunderts auch in England, Frankreich und den Niederlanden.
Die Ideen der Französischen Revolution führten in zahlreichen Staaten, die sich am französischen Code Napoléon orientierten, um 1800 herum zur Abschaffung aller Gesetze gegen die "widernatürliche Unzucht" (so etwa in den Niederlanden, in dem Rheinland und in Bayern). Preußen wandelte 1794 mit der Einführung des Allgemeinen Landrechts die Todesstrafe in eine Zuchthausstrafe um. 1871 wurde der preußische Paragraphins Strafgesetzbuch des Deutschen Reichs aufgenommen und als Paragraph 175 in der folgenden Zeit stets häufiger angewandt wurde.
Bis zur Reform des Paragraphen in dem Jahr 1969 arbeitete die Polizei dabei mit Spitzeln in der schwulen Subkultur und geheimen Rosa Listen, auf denen zahlreiche Namen von homosexuellen Männern verzeichnet waren. Da Homosexualität strafbar war und bis in die 70er Jahre als psychische Erkrankung diagnostiziert wurde, konnten Homosexuelle auch auf unbestimmte Zeit freiheitsentziehend in einer forensischen Psychiatrie untergebracht werden. Ein Beispiel ist die "Behandlung" des britischen Mathematikers Alan Turing in dem Jahr 1952.
In der NS-Zeit führte gleichgeschlechtliche Liebe häufig in das KZ
Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden ungefähr 10 Tausend Schwule in Konzentrationslager verschleppt, wo sie den rosa Winkel tragen mussten. Ca. etwa 40 % von ihnen überlebten. Obwohl es kein Gesetz gegen die lesbische Liebe gab, verhaftete die Gestapo auch eine unbekannte Zahl von Frauen wegen ihrer Homosexualität und kennzeichnete sie in den Konzentrationslagern als "Asoziale" mit dem schwarzen Winkel.
In der Bundesrepublik Deutschland bestand der Paragraph 175 bis 1969 in seiner verschärften Nazifassung weiter, was vom Bundesverfassungsgericht 1957 als rechtmäßig anerkannt wurde. Erst 1994 fiel er in dem Zuge der Rechtsangleichung mit der DDR weg.
In vielen Staaten werden Schwule auch heute noch beziehungsweise wieder verfolgt und mit dem Tode bedroht, so etwa in Jamaika, Simbabwe, Namibia, Nepal und zahlreichen islamischen Staaten. Aber auch in dem Osten Europas, zu dem Beispiel in Serbien, Rumänien, Albanien und sogar in manchen der neuen EU-Länder ist die Lage der Menschenrechte zurzeit äußerst bedenklich: So werden in Polen Demonstrationen für Toleranz gegenüber Schwulen und Lesben von offiziellen Stellen verboten oder mit massiver Gewalt konfrontiert, die von den Kirchen und rechtsradikalen Nationalisten geschürt wird. In der UNO versuchen der Vatikan und die islamischen Staaten gemeinsam, schon die Diskussion über die Menschenrechtslage für Schwule und Lesben zu verhindern.
Siehe auch: Sodomiterverfolgung, Paragraph 175, Homosexualität (Strafrechtsgeschichte), Rosa Liste, Rosa Winkel
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Gay Liberation (Plakat). New York, 1970. Die Emanzipationsbewegung der Schwulen und Lesben, welche ihre Anfänge in der Mitte des 19. Jahrhunderts hatte, trug nach Stonewall (1969) ihre Anliegen zunehmend in die Öffentlichkeit.
Die erste bundesdeutsche Schwule- und Lesben-Demonstration fand am 29. April 1972 in Münster (Westfalen) statt. Zwei Tage später folgte der schwul-lesbische Block bei der 1.-Mai.-Demo in Berlin.
Zur Emanzipation der Lesben trug neben der Öffentlichkeitsarbeit von und für Lesben in hohem Maße auch die Frauenbewegung bei, in der sich sehr viele Lesben engagierten.
Seit den 80er Jahren findet die schwule und lesbische Emanzipation auch stets mehr ihren Ausdruck in eigener publizistischer Aktivität. Vor allem in den größeren Städten und den Metropolen gibt es bei den "queeren" Printmedien mittlerweile eine häufig hervorragend gemachte journalistische Vielfalt: vom schwullesbischen Stadtteilblättchen bis hin zu überregionalen Zeitschriften (mit fundierten, gut recherchierten Beschreibungen), die alle nicht mehr in dem Ruf stehen, als zwielichtiges Kontaktanzeigen- und Soft-Porno-Forum ca. unter dem Ladentisch verkauft werden zu müssen. Durch die Einführung der sog. "Offenen Kanäle" und der nichtkommerziellen Bürgerradios hat sich eine Vielzahl von schwulen und/oder lesbischen Radios etabliert, die pfiffig und professionell den Mainstreamsendern Paroli bieten (zum Beispiel "Fliederfunk" in Nürnberg oder "Radio Sub" in Frankfurt). Außerdem entstanden in den Offenen Kanälen auch erste Fernseh-Sendungen für die schwul-lesbische Absichtgruppe (zum Beispiel Montagskinder (Berlin) und Regenbogen-TV (Münster) ).
Der "Bund schwuler und lesbischer JournalistInnen" verleiht seit 1998 jährlich den "Felix-Rexhausen-Preis" für besondere publizistische Leistungen vor allem zu dem Thema "Homosexualität und ihre Aufbereitung in dem Journalismus".
Durch die politischen Anstrengungen der Emanzipationsbewegung wurde 2001 in Deutschland die Verabschiedung des Gesetzes zur Beendigung der Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Gemeinschaften erreicht.
Daraus ging das seit August 2001 gültige Lebenspartnerschaftsgesetz hervor, welches schwulen und lesbischen Paaren eine rechtlich anerkannte Begründung der Lebenspartnerschaft erlaubt (so genannte Homoehe, siehe oben).
Die Arbeit politisch aktiver Schwule und Lesben hinsichtlich der Emanzipation ist damit längst nicht beendet.
Siehe auch: Lesben- und Schwulenbewegung
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- Lutz van Dijk: Homosexuelle : Zwischen Todesstrafe und Emanzipation. München 2001. ISBN 357014612X.
- Schwules Museum (Hrsg.); Akademie der Künste, Berlin (Hrsg.): Goodbye to Berlin? : 100 Jahre Schwulenbewegung ; eine Ausstellung des Schwulen Museums und der Akademie der Künste, 17. Mai bis 17. August 1997. Berlin 1997. ISBN 3861490625.
- Hans-Georg Stümke: Homosexuelle in Deutschland : eine politische Geschichte. München 1989. ISBN 3406331300.
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Homosexualität und Moralphilosophie | |
Die ethische Bewertung von Homosexualität führt zu unterschiedlichen und sogar zu konträren Ergebnissen, unter anderem je nach dem welche anthropologischen Voraussetzungen und Deutungen der Homosexualität zugrunde gelegt werden. Auch ist die ethische Bewertung nicht selten von einer bestimmten religiösen Sichtweise abhängig oder mit ihr verbunden.
Dort wo man die homosexuelle Orientierung der Person entweder als natürliche Gegebenheit oder als Ergebnis einer positiv zu wertenden freien Entscheidung ansieht, wird auch das dieser Orientierung entsprechende homosexuelle Verhalten als sittlich gut angesehen, wenn dabei die allgemein akzeptierten Grundpostulate mitmenschlichen Zusammenlebens geachtet werden.
Wenn hingegen die homosexuelle Neigung als solche bereits als Unordnung oder anthropologischer "Defekt" angesehen wird, wird eine darauf aufbauende ethische Bewertung zwar noch nicht diese Neigung als sittlich negativ qualifizieren müssen (soweit und insofern hier das Moment der Freiheit fehlt), wohl aber das freie und damit verantwortliche homosexuelle Verhalten. Aber auch in diesem Fall sind verschiedene Abstufungen der sittlichen Disqualifizierung homosexueller Akte möglich: von der noch möglichen Toleranz sittlich negativ bewerteter homosexueller Verhaltensweisen bis hin zur Forderung ihrer absoluten Unterlassung und gesellschaftlichen Ächtung bis hin zur Forderung nach rechtlicher Verfolgung bis hin zur Todesstrafe ergibt sich eine große Bandbreite an ethischen Stellungnahmen und Beurteilungen.
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Zur Emanzipation der Schwulen trug – ebenfalls neben der Öffentlichkeitsarbeit – auch stark die so genannte AIDS-Epidemie zu Beginn der 1980er Jahre bei. Dies klingt zunächst widersprüchlich, da sich AIDS in den westlichen Ländern aufgrund der höheren Promiskuität und der hohen Ansteckungsgefahr insbesondere bei Analverkehr zunächst stark in schwulen Kreisen verbreitete.
Durch die von den AIDS-Hilfen und der deutschen Bundesregierung initiierten Aufklärungs-Kampagnen geriet das Tabu-Thema Homosexualität aber stärker in den Blick der Öffentlichkeit. Dadurch wurde nicht ca. Aufklärung über HIV und die Erkrankung AIDS erreicht, vielmehr wurde als Vorsichtsmaßnahme für Safer Sex geworben. Dabei konnten auch viele Missverständnisse über Schwule und Lesben aufgeklärt werden. Der Großteil der Bevölkerung hat inzwischen nachvollzogen, dass es eben Menschen gibt, die eine andere Sexualität ausleben als sie selbst und sie dadurch keineswegs gestört werden. Die moralischen Gesellschaftswerte haben sich also verschoben, auch wenn es stets noch Menschen gibt, die Homosexualität strikt ablehnen. Gründe dafür sind entweder ihr Weltbild oder fehlende Auseinandersetzung mit der Thematik.
Heutzutage empfinden es vor allem junge Homosexuelle als ungerechtfertigt, dass ihre Sexualität automatisch mit AIDS in Verbindung gebracht wird. Dieser Zusammenhang sei kausal nicht mehr zu begründen. Menschen in homosexuellen Beziehungen sind - wie alle anderen - ca. dann einer besonderen Risikogruppe zuzurechnen, wenn sie ungeschützten Analverkehr haben, da die Verletzungsgefahr bei analer Penetration höher ist als bei vaginaler Penetration.
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Homosexualität und Biologie | |
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Homosexuelles Verhalten unter Tieren | |
Homosexuelles Verhalten ist unter Vögeln und Säugetieren weit verbreitet. Es lässt sich beispielsweise unter den Zwergschimpansen beobachten, die nicht nur, was für Menschenaffen ungewöhnlich ist, über eine matriarchale Gesellschaftsstruktur verfügen, sondern auch eine vollständig bisexuelle Tierart sind. Obwohl das auch für die Männchen gilt, sind die Bonobos vor allem für ihren Lesbianismus bekannt.
Einige Trauerschwäne Australiens bilden darüber hinaus sexuell aktive männliche Paare, die entweder Nester stehlen oder zeitwillige Dreierbeziehungen mit Weibchen eingehen, um in den Besitz von Eiern zu gelangen. Sobald die Eier gelegt sind, wird das Weibchen vertrieben. Ihr gemeinsamer Nachwuchs erreicht das Erwachsenenalter dabei häufiger als derjenige von gemischtgeschlechtlichen Paaren.
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Die Ursachen für Homosexualität sind unbekannt; es werden zwar stets wieder körperliche oder psychische Faktoren entdeckt, die sich aber bisher in keinem Fall empirisch belegen ließen.
Manche Wissenschaftler gehen davon aus, dass die sexuelle Orientierung schon vor der Geburt angelegt wird (ebenso wie die Geschlechtsidentität); erst in dem Lauf des Lebens führten dann auslösende Ereignisse zur Ausprägung der homosexuellen Neigung.
Vor kurzem ist bei Versuchen an Schafen festgestellt worden, dass bei homosexuellen Schafböcken ein bestimmter Teil der Gehirne kleiner als bei heterosexuellen Böcken, aber ebenso groß wie bei weiblichen Tieren sei. (siehe weblinks, 'der Spiegel' vom 9. März 2004).
Der wissenschaftliche Streit über die Ursachen ist uralt. So lange jedes homosexuelle Verhalten strafbar war, waren die Argumentationen in diesem Streit häufig von dem Bestreben geleitet, entweder die "Unausweichlichkeit" homosexuellen Verhaltens zu belegen und damit die Forderung nach dessen Straflosigkeit zu begründen oder aber es als Erscheinung "moralischen Verfalls" zu kennzeichnen, dem mit Bestrafung entgegengewirkt werden müsse.
In der Schwulen- und Lesbenbewegung wird die Forschung nach Ursachen der Homosexualität häufig kritisch gesehen, weil die Erforschung der Ursache ca. einem Zweck dienen könne, nämlich diese abzuschalten, d. h. – wie man befürchtet – als schwul beziehungsweise lesbisch vermutete Föten abzutreiben oder ggf. gentechnische Korrekturen vorzunehmen.
Hinzu kommt, dass eine objektive Ursachen-Forschung auch die Behandlung der Ursache von Heterosexualität einschließen müsste. Außerdem wird oder wurde häufig ca. nach der Bestätigung von Vorurteilen, das heißt z.B. einer biologischen 'Verweiblichung' homosexueller Männer oder einer 'Vermännlichung' homosexueller Frauen gesucht.
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1993 wollte der amerikanische Forscher Dean Hamer ein "Schwulen-Gen" auf dem X-Chromosom entdeckt haben, das für die männliche Homosexualität mitverantwortlich sein soll. Es handelt sich dabei um einen Bereich auf dem X-Chromosom, einen so genannten genetischen Marker, der bei einem bestimmten Typ von Homosexualität etwas wahrscheinlicher vorkam als bei anderen. Die Annahme schien sich zunächst zu bestätigen, weil eineiige Zwillingsbrüder, die diesen Chromosomenabschnitt trugen, beide schwul waren. Eine Nachbehandlung des Jahres 1999 an 46 eineiigen Zwillingsbrüderpaaren relativierte allerdings die Existenz des Schwulen-Gens, weil ca. bei rund der Hälfte der behandelten Zwillingspaare in beiden Fällen Homosexualität auftrat. Die Ergebnisse zeigten nun auch keinen eindeutigen Bezug mehr zwischen männlicher Homosexualität und den Genorten am X-Chromosom. Es gibt auch Berichte, wonach Onkel mütterlicherseits von Schwulen häufiger schwul sind, als bei Heterosexuellen.
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Evolutionstheoretischer und sozialer Nutzen der Homosexualität | |
In der Wissenschaft gibt es inzwischen Vorstellungen, dass Homosexualität der Arterhaltung dient, also auch in dem Sinn der Evolutionstheorie einen Nutzen hat, da sie dafür sorgt, dass sich eine größere Anzahl von Menschen um ein neugeborenes Kind kümmern kann. Unterstellt wird hierbei, dass eher homosexuell Veranlagte keine eigenen Kinder zeugen, jedoch ihre genetisch nah verwandten Neffen und Nichten mitversorgen, wodurch letztlich auch ihre Gene eine Chance auf Fortbestand haben.
Ein anderer Zugang zur Sexualitätsthematik ist die Frage, warum es überhaupt die Norm der Heterosexualität gibt und alles andere als Abweichung gesehen wird. In bestimmten Gender Studies wird analysiert, dass der Heterosexismus und Heteronormativität Grundpfeiler unserer Gesellschaft sind und die Homosexualität eine soziokulturelle Konstruktion darstellt.
In neueren Studien von Homophobie wurde festgehalten, dass die Unterdrückung von Homosexuellen und eine Ächtung der Homosexualität vor allem in Gesellschaften stattfindet, die eine strikte Trennung der Geschlechter zur Norm erheben, meistens mit dem Absicht, die Herrschaft der Männer über die Frauen zu sichern. Man könnte daraus den Schluss ziehen, dass Homosexuelle durch ihre Persönlichkeit eine Art Brückenfunktion zwischen den Geschlechtern einnehmen. Ihre biologische Aufgabe wäre es dann, zu dem gegenseitigen Verständnis und zur gegenseitigen Akzeptanz von Mann und Frau beizutragen.
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- Robert Alan Brookey: Reinventing the Male Homosexual. The Rhetoric and Power of the Gay Gene. Bloomington 2002. ISBN 0253215129.
- Simon LeVay: Queer Science : The Use and Abuse of Research into Homosexuality. ISBN 0262621193. Cambridge, Mass.; London 1997.
- Florian Mildenberger: ... in der Richtung der Homosexualität verdorben : Psychiater, Kriminalpsychologen und Gerichtsmediziner über männliche Homosexualität 1850 - 1970. Hamburg 2002. ISBN 3935596154.
- Vernon A. Rosario (Hrsg.): Science and Homosexualities. London 1997. ISBN 0415915023.
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Homosexualität und Transgender | |
Homosexualität wird häufig mit Transgender und Transsexualität in Verbindung gebracht; es handelt sich aber um zwei grundsätzlich verschiedene Phänomene. Bei der Homosexualität geht es um den gewünschten Partner, bei Transgender um das Empfinden der eigenen Geschlechtlichkeit. Diese Verwechslung hat mehrere Gründe:
- Hirschfeld fasste Homosexuelle und Transgender als ein Drittes Geschlecht zusammen; diese Idee vom Dritten Geschlecht hat sich wenn nicht in der Wissenschaft, so doch sozial bis mindestens in die 1970er Jahre gehalten. Heute werden unter Queer beide Gruppen, beziehungsweise alle Menschen, die gegen heteronormative Regeln verstoßen, wieder zusammen gedacht.
- Sozial war die LesBiSchwule Subkultur häufig der einzige Ort, an dem Transgender in ihrem empfundenen Geschlecht akzeptiert wurden.
- Da sich ein großer Teil der Transgender zu einem anderen als dem empfundenen Geschlecht hingezogen fühlt, führt dies häufig zu Beziehungen mit Menschen gleichen anatomischen Geschlechts, die dann zwar subjektiv als heterosexuell empfunden werden, nach außen aber homosexuell wirken.
Vor allem letzteres ist der Grund, warum die Verwendung des Wortes homosexuell problematisch ist, wenn einer der Partner Transgender ist. Was nach äußerlichen oder anatomischen Kriterien homosexuell (=gleichgeschlechtlich) wäre, empfinden einer oder beide Partner unter Umständen heterosexuell – oder natürlich umgekehrt.
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Hilfe für homosexuelle Menschen | |
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Telefonische Hilfe für homosexuelle Menschen | |
Es gibt in sehr vielen Städten Rosa Telefone um betroffene Menschen und Angehörige zu beraten. Die Beratung erfolgt anonym.
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- Ellen Bass; Kate Kaufman: Wir lieben, wen wir wollen : Selbsthilfe für lesbische, schwule und bisexuelle Jugendliche. Berlin 1999. ISBN 3929823624.
- Thomas Grossmann: Schwul, na und? Reinbek bei Hamburg 1994. ISBN 3499191091.
- Pia Werner; Barbara Wörmann: Jane liebt Julia : das Coming-Out-Buch für Lesben. München 2000. ISBN 3426774496.
- Dorit Zinn: Mein Sohn liebt Männer. Frankfurt a. M. 1992. ISBN 3596112605.
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